Gestern Abend war ich mit Andrea und Alex im Kino in Verblendung. Dem Beginn der Trilogie, die ich als Buch in den letzten Wochen verschlungen habe. Verblendung, Verdammnis und Vergebung. Letzte Woche an einem Morgen und einer schlaflosen Nacht um 05:30 Uhr beendete ich dann die Geschichte um Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist. Eigentlich wollte ich dann einen Tag später ins Kino. Hatte nicht geklappt, aber gestern dann eben…
Ich hab mich wirklich drauf gefreut, denn seit Dan Brown und ja… ja den Harry Potter Büchern, hat mich keine Buchreihe mehr so gefesselt. Und es waren wirklich die 3 spannensten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Also war für mich klar, dass der Film einfach gut werden musste…! Für alle, die noch nichts von der Millenium Trilogie mitbekommen haben, einmal kurz den Inhalt von Verblendung:
Seit Jahren bekommt der 82jährige Industrielle Henrik Vanger per Post eine gepresste Blüte hinter Glas zum Geburtstag. Seine Nichte Harriet machte ihm dieses Geschenk erstmals vor 43 Jahren und verschwand kurz darauf spurlos. Vanger bittet den gescheiterten Journalisten Mikael Blomkvist zu recherchieren. Und je tiefer Blomkvist – unterstützt durch die junge Computerhackerin Lisbeth Salander – die Vangersche Familiengeschichte erforscht, umso mehr grauenvolle Details treten zutage.
Ich setze jetzt einfach mal voraus, dass man die Geschichte kennt, sonst müsste man hier einfach zu weit ausholen und viele Dinge noch erklären. Der Film selbst beschäftigt sich zum größten Teil mit dem Fall “Harriet” und lässt viele Nebenhandlungen aus dem Buch weg. <spoiler>[1] Die Wennerström-Affaire ganz zu Anfang wird nur angeschnitten und auch wie Lisbeth in Kontakt mit Mikael kommt, ist ein wenig abgeändert. Im Buch kommt ihr Mikael auf die Schliche, als er ihren Bericht über seine eigene Person in die Finger bekommt, weil sich Frode verplappert. Im Film dagegen verfolgt Lisbeth Mikaels Computer auch nach ihrem Rechercheauftrag weiter und weiß daher, dass er für Vanger arbeitet. Sie ist es auch die ihm die Auflösung des “Telefonnummern-Rätsels” gibt.[2]
Auch werden Handlungen verdreht. So muss Mikael seine Haftstrafe erst nach seinem Hedebyaufenthalt absitzen. Und warum Blomkvist überhaupt den Job bei Henrik annimmt, bleibt auch ein wenig unklar. Weder von einer genauen Geldsumme ist im Film die Rede, noch – und das ist viel wichtiger – wird erwähnt, dass man ihm nach seinem Jahr bei Vanger Wennerström auf einem Silbertablett serviert und Mikael ihn endlich drankriegt. Im Film ist es am Ende nur Lisbeth, die für ihn Wennerströms PC gehackt hat. </spoiler>
Die Besetzungen gefallen mir außerdem auch wenig bis gar nicht. Mikael Blomkvist hab ich mir zwar anders vorgestellt, geht aber in Ordnung. Lisbeth ist auch gut besetzt, allerdings eine viel zu tiefe Synchronstimme. Aber Erika Berger, Cecilia Vanger total daneben. Grade Erika hätte eine attraktive 40jährige Frau verdient und nicht so eine Faltenbraut, deren Haltbarkeitsdatum weit überschritten ist. Mal ganz davon abgesehen, dass im Film selbst keinerlei Bindung zwischen ihr und Mikael deutlich wird. Dragan, der auch nur kurz auftaucht ist ein viel zu drahtiger und spindeldürrer grauhaariger Glatzkopf.
<spoiler> Dass in 3 Szenen auch schon eine Andeutung auf die folgenden beiden Teile auftaucht, finde ich auch nicht so gelungen. Es wird gezeigt, wie Salander ihren Vater Zalatschenko in Brand setzt. Damit wird keiner was anfangen können, wenn er/sie das Buch nicht kennt. Auch die Beziehung zu ihrer Mutter, die sie ganz am Ende mal besucht im Film ist etwas verzerrt. Laut Buch ist die Mutter ganz verwirrt. Im Film scheint sie traurig, aber halbwegs klar und wird benutzt, um deutlich zu machen, dass Lisbeths Vater alles Schuld ist. </spoiler>
Der Streifen an sich ist mit 153min sicher nicht kurz, hat auch seine Längen, die aber für Buchfans bestimmt nicht lang genug sein könnten. Trotzdem hätte man einiges kürzen können und dafür Erika, die Milleniumredaktion und die zweite Wennerströmaffaire etwas mehr als in 2min behandeln können. Buchverfilmungen haben es bekanntlich immer schwer. Trotz einiger Punkte ein starker Film.
joa bin auch schon sehr gespannt auf den Film (die Filme), zumal es ein wirklich Klasse Buch-Trilogie ist!!
Ich sollte den Kram echt mal lesen :what:
ich muss zugeben, dass ich die bücher nich gelesen hab …. die morde sind zwar etwas sehr krank und ne heissere livbet hätt mir auch besser gefallen, aber alles in allem is der film doch recht gut. also es lohnt sich!
Da möchte ich auch noch rein. Und die Bücher werde ich wohl auch mal lesen, auch wenn es eigentlich gar nicht so mein Genre ist.
@michi: Hättest du die Bücher gelesen, dann würde dir Lisbeth auch gefallen.
Ich hab mir den am Dienstag angeschaut und war echt überrascht. Ich finde den Film echt klasse.. Wie du schon geschrieben hast, ist es leider nicht ersichtlich was Lisbeth geschehen ist. Man kann es sich zwar denken aber nicht sehen.
Trotzdem guter Film! :pilzkopf:
[...] und dafür der Fokus mehr auf ausgewählte Themen gelegt. Auf welche genau, kann man ganz gut bei Yannick nachlesen. Es war auf alle Fälle die Entscheidung des Regisseurs und meiner Meinung nach [...]
[...] gesehen, hatte mir aber etwas mehr erhofft. Wie das so ist bei Buchverfilmungen. Bewertung? Siehe Yannick. Ich fange jetzt jedenfalls an den 2. Teil der Trilogie, Verdammnis, zu lesen. Und dann Vergebung.. [...]
[...] Abend sah ich mir »Verdammnis«, den zweiten Teil der Millennium Trilogie und Nachfolger von »Verblendung«, im Kino an. Die Buchreihe von Stieg Larsson hatte mich letztes Jahr so sehr gefesselt, dass ich [...]