
Der von seinen Eltern ungeliebte 10 jährige Eric (Alfie Owen) begeht mit seinem einzigen Freund Philip einen Mord an einem Mädchen. Während Philip die anschließende Haft nicht überlebt, kommt Eric, von der Presse damals »Boy A« getauft, nach 14 Jahren frei. Von da an nennt er sich Jack (Andrew Garfield) und versucht sich mithilfe seines Bewährungshelfers Terry (Peter Mullan), der gleichzeitig eine Art Vaterfigur für ihn darstellt, eine neue Zukunft aufzubauen.
Das gelingt ihm auch ganz gut. Er findet einen Job, neue Freunde und sogar eine Freundin, Michelle (Katie Lyons). Zwar plagen ihn anfänglich noch Zweifel, ob es für ihn wirklich so einfach ist, ein neuer Mensch zu werden – doch Terry, der Jack mehr liebt, als seinen eigenen Sohn, bekräftigt ihn. Er glaubt daran, dass Jack sich geändert hat, er eine zweite Chance bekommen soll, weil er sich diese auch verdient hat.
Als Jacks neues Leben einer positiven Ordnung folgt, er das erste Mal verliebt ist, holen ihn die Taten seiner Vergangenheit ein, als er ein kleines Mädchen aus einem Autowrack rettet…!
Die Presse bekommt schließlich Wind vom ihrem bis dato untergetauchten »Boy A« und auch Jacks Freunde erfahren, wer er wirklich ist und was der naive und schüchterne Jack in Kindertagen getan hat…
Ab diesem Zeitpunkt taucht hinter der Aussage “Jeder verdient eine zweite Chance” ein fettes ? auf. Es wird gezeigt, wie vermeintliche Freunde reagieren und vor allem die Gesellschaft. Die Presse beginnt, wie im echten Leben, eine Hetzjagd gegen Eric. Leider wird diese Phase des Films meiner Meinung nach nicht deutlich genug dargestellt (eventuell auch zu kurz). Hier hätte mehr Blitzlichtgewitter und ggf. eine Begegnung mit einem Passanten auf der Straße den Druck auf Jack bzw. Eric intensiver machen und erhöhen können.
Sonst bin ich von »Boy A« begeistert. Die Geschichte beruht teilweise auf einer wahren Begebenheit. Andrew Garfield spielt sehr gut einen naiv-kindlichen und immer suchenden Jack. Allein die Rückblenden, die den Mord und Erics Kindertage zeigen, lassen keine wirklichen Motive für die Tat durchscheinen. Viel mehr bekommt man den Eindruck, dass alleine Philip Schuld hat. Beide Kinder sind Opfertypen. Eric hat kein liebevolles Zuhause, wird gehänselt und von Mitschülern verprügelt. Er findet in Philip die erste Person, die er als Freund bezeichnen kann. Philip, dessen Vater tot ist, wird regelmäßig von seinem Bruder vergewaltigt und unterdrückt. Beide sind auf der Suche nach Macht. Macht über andere(s), das wahrscheinlichste Motiv für den Mord.
Jedenfalls liegt darin die einzig kleine Schwäche des Films, denn Jack oder eben Eric hat nicht wirklich einen Wandel seiner Persönlichkeit vollzogen, noch ist er wirklich an dem Mord gewachsen. Er ist vom Wesen her derselbe naive Junge geblieben, hat lediglich die Grausamkeit seiner (Mit)-Tat eingesehen, sich große Schuld zugestanden und ist aus der Opferrolle geschlüpft. »Boy A« bleibt trotzdem ein großartiger Film, der zum Nachdenken anregt, tolle Bilder und ebenso tolle Schauspieler hat – unbedingt ansehen!




Nach dem Tipp der 5 Filmfreunde habe ich den auch gesehen. Großartiger Film.
Ich fand die Kleinigkeiten, die immer wieder auftauchen, machen den Film so toll. Bspw. am Ende, als Jack auf der Flucht vor den Journlisten vor seinem Haus ist und dann durch eine kleine Seitenstraße geht und ihm zwei kleine Jungs, scheinbar beste Freunde, entgegen kommen und die Seitenstraße verlassen.
Oder als er ganz am Schluss den Brief des Mädchens, das er gerettet hat, liest und sie ihn als Engel mit einem Messer in der Hand (damit hatte er ja den Gurt durchschnitten) gemalt hat. Und mit einem Messer in der Hand ist der junge Eric damals auch unter die Brücke gegangen, wo die beiden Jungs wohl das Mädchen ermordet hatten.
Ach und hier noch der Trailer.
Oh, hört sich echt gut an. Den will ich auch gucken. Hm, tut mir irgendwie Leid, wenn die beiden ja so jung waren, als Kind versteht man ja nicht so gut, was man da genau macht und dann das Leben lang damit konfrontiert zu werden .. hm ..
Klingt nach einer guten Story – ich werd ihn mir auf jedenfall anschauen.
[...] »Der Junge im gestreiften Pyjama«, »96 Hous«, »Max Payne«, »Shining«, »Ice Age 3« und »Boy A«. Drei Filme davon werden auch in meine Sammlung eingekauft, ihr dürft mal raten, welche das sein [...]
[...] war ein ruhiger Abend, an dem ich mir »Boy A« ansehe oder vielleicht ins Kino gehe. Entspannen. Ausspannen. Kochen und sämtliche [...]