Eigentlich achte ich darauf kein Copyright zu verletzten und meinen Blog vor Abmahnungsbriefen zu schützen. Aber als Thorsten mich hier mit seiner Frage nach Verwendung von Kino- und Filmpostern quasi darauf aufmerksam machte, dass ich unmittelbar vor einem Anwaltsschreiben stehe, habe ich mich mal ein wenig schlau gemacht.
Bisher dachte ich immer, dass diese digitalen Poster Promomaterial der Filmfirmen sind, die im Netz rumschwirren, um auch auch verwendet zu werden. Dass quasi die Verleiher mit dem Bereitstellen auch gleichzeitig eine Erlaubnis geben, die Poster im Zuge von Reviews etc. verwenden zu dürfen. Ziemlich naiv von mir, ich weiß.
Auf eine Mail von mir an das Moviemaze-Team bekam ich folgende Antwort:
Hi Yannick,
also nach deutschem Recht gibt es sowas wie ‘Fair-Use’ (also die freie Nutzung von Material zu Werbezwecken) nicht. Insofern müsste der Verleih Dir eine explizite Erlaubnis erteilen. Wir haben diese Erlaubnis durch unsere Akkreditierung bei den jeweiligen Verleihern. So auch die meisten anderen (größeren) Portale. Ich denke es wird von den Verleihern aber durchaus akzeptiert, wenn man das Poster benutzt, sofern es sich um einen werbenden Charakter handelt und das Bild selbst nicht verändert wird.
Gruß Markus
Könnte etwas zeitaufwendig sein, jeden Verleih um eine Erlaubnis zu bitten. Die Akkreditierung bei großen Presseservern, wie denen von Warner oder Sony, dürfte nicht viel einfacher sein. Zumindestens wird man dort mit einem kleinen Blog nicht weit kommen, ohne mit jemandem aus der Presse-Abteilung zu schlafen.
Wenn man nun als kleiner Blogger über einen Film etwas schreiben möchte, dann sucht man für gewöhnlich schnell in Googles Bildersuche nach dem entsprechenden Poster und wird von tausenden Bildern erschlagen. Sieht man sich die URLs an, also die Seiten, auf denen die Poster/Bilder liegen, dann stellt man schnell fest, dass unter all den akkreditierten Websites auch hunderte private Blogs auftauchen. Müsste also ein Wunder sein, dass grade einen selbst eine Abmahnung wegen Copyrightverstoß trifft.
Google hat mir auch nichts ausgespuckt, ob es schonmal eine Abmahnung gegen private Seiten/Blogs gab, weil der Betreiber solche digitalen Filmplakate (oder auch Szenenbilder) eingebunden hat. Weiß da jemand zufällig von solch einem Fall? Für gewöhnlich wird ja gleich nach Zustellung eines solchen Anwaltschreibens damit im Internetz angegeben.
Sicher ist also, dass man böse ist, wenn man Fimposter einbindet. Die Gefahr einer Abmahnung scheint allerdings sehr gering zu sein. Ich hab trotzdem in alten Einträgen die Bilder gelöscht. Konsequenterweise sollte ich das wohl auch bei allen machen. Was übrigens auch nicht schützt, sind die Copyrighthinweise unter das Bild zu setzen. Oder woher man das Bild hat. Hier tritt keine Creative Common Lizenz in Kraft. Oder? Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Ist mehr etwas für das eigene Gewissen.